Alte Bekannte im Garten

Vor wenigen Wochen schrieb ich über unsere kleinen Gourmet-Mäuse, die mir meine Schokoladenvorräte weggefressen haben. Nachdem uns eine nach der anderen in die Falle ging, siedelten wir sie in unsere Kräuterspirale im Garten um. Anscheinend gefällt es den kleinen Räubern dort gut, denn am Wochenende huschte zumindest eine Spitzmaus immer wieder durch das Beet. Der kleine Feinschmecker suchte am Nachmittag unaufhaltsam nach Futter und lies sich dabei überhaupt nicht durch unsere Anwesenheit stören. Selbst wenn wir ein paar Blätter beiseite schoben ließ sich der kleine Kerl nicht verunsichern. Sobald er etwas Leckeres gefunden hatte verkroch er sich zwischen den Steinen und verspeiste laut schmatzend Regenwürmer und Schnecken.

Während die kleine Spitzmaus immer wieder hin und her rannte, war die Gartenarbeit erst einmal vergessen. Vielleicht gibt es in Zukunft auch noch weitere Vorstellungen des Mäuse-Kinos im Kräuter-Amphitheater, ich würde mich jedenfalls auf eine weitere Vorstellung freuen. 🙂

Spatz dreh dich nicht um, ein Sperber geht um

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Wenn der Zwerghahn warnt, heißt es für die kleinen Singvögel so schnell wie möglich in Deckung zu gehen. Das laute Treiben und Gezwitscher bricht schlagartig ab und die Sperlinge sitzen mucksmäuschenstill unter den Solarplatten.

Seit guten drei Jahren ist unser Grundstück nun schon Jagdrevier eines Sperberweibchens, welches in regelmäßigen Abständen bei uns auftaucht. Wer so oft und mutig zu Besuch kommt kann nicht nur immer „der Sperber“ genannt werden. Deshalb wurde sie nach den ersten regelmäßigen Besuchen einfach auf den Namen Lucrezia getauft. Oft sitzt sie auf dem Giebel oder dem offenen Hoftor und beobachtet die Umgebung. Verliert dann einer der Spatzen im Efeu die Nerven und versucht zu fliehen beginnt die Jagd und für die Beute der Kampf ums Überleben.

Den Greif bei der Jagd zu beobachten ist immer wieder faszinierend. Sperbertypisch fliegt sie mit voller Geschwindigkeit den Singvögeln hinterher und unerschrocken auf Sträucher zu. Erst kurz vorher dreht sie ab oder schießt mit ungeahnter Geschicklichkeit zwischen den Ästen hindurch. Tauben treibt der Sperber durch das offene Hoftor wodurch sie aufsteigen müssen, um über das Scheunendach fliehen zu können. Währendessen hat der Greifvogel die Richtung gewechselt, taucht plötzlich von der Seite über dem Stalldach auf und schlägt die „Drei-Gänge-Beute“ in der Luft.

Wie schlau und lernfähig diese schönen Räuber sein können hat sich vor allem in den letzten Monaten gezeigt. Während die Sperlinge sich zu Beginn noch gut unter den Solarplatten auf dem Dach verstecken konnten, funktioniert dieses System mittlerweile nicht mehr ganz so gut. Um die kleinen Vögel aus der Deckung zu locken setzt sich unser Haussperber nun auf die Platten und macht ordentlich Lärm. Das Prinzip ist ziemlich erfolgversprechend,  die Sperlinge lassen sich dadurch ziemlich gut aus der Fassung bringen und fliehen.

Unerschrocken ist sie nicht nur bei der Jagd, sondern auch uns Menschen gegenüber. Ob auf dem Hof gearbeitet wird oder der Traktor aus der Scheune fährt, der Vogel lässt sich nicht wirklich durch uns stören. Teilweise mussten schon Leute in Deckung gehen, da sie gerade in der Flugbahn des Vogels standen.

Ich hoffe, dass sie noch viel Glück in ihrem Leben hat und sich nicht verletzt, damit wir ihr auch noch weiterhin bei ihren spektakulären Jagdflügen zusehen können. 🙂

Knusper, knusper, knäuschen…

…auf meinem Nachttisch sitzt ein Mäuschen.

Alte Häuser haben überall Schlupflöcher und gerade Mäuse jeglicher Art nutzen diese gerne um zu uns in die warmen Zimmer zu schlüpfen. Überall gibt es etwas leckeres zum Naschen und Platz, sozusagen das Schlaraffenland für Mäuse.

Im Sommer hatten wir hier unsere erste freche Mausfamilie, die sich hinter dem Herd häuslich eingerichtet hatte. Ein optimaler Wohnort für die hungrigen Zwerge. Zwischen dem Elektroherd und dem Kühlschrank stand der Futternapf der Katze. Der Weg zwischen Haustür und Schnellimbiss war also ziemlich kurz. Öfters hörte man die kleinen Tierchen rascheln und ab und zu sah man sie einen Brocken Futter stibitzen. Während die Spitzmaus ganz schön zu tun hatte den größten Brocken, den sie finden konnte, über den Rand des Napfes zu heben, saß unsere Katze neugierig aber ungerührt daneben. Das ganze Szenario sah doch ziemlich merkwürdig aus. Während sich das Leben der mutigen Diebe auf die Küche beschränkte waren sie noch geduldete Gäste.

Nachdem sie aber den Weg durch die Heizungsrohrabdeckungen in Stube und Schlafzimmer gefunden hatten, mussten wir uns etwas überlegen. Denn spätestens bei meinen Schokoladenvorräten hört die Freundschaft auf, Tierliebhaber hin oder her. Die Leckermäulchen knabberten Pralinen auf obersten Ebene der Etagere an, holten die Merci vom Naschteller und waren sogar so frech das alles in unserer Anwesenheit zu tun. Da auf unsere Katze ja in dieser Situation anscheinend kein Verlass war (ich hatte bereits eine Spitzmaus mit einer Tupperdose gefangen), bestellten wir uns zwei Lebendfallen. Das Päckchen kam an und die Fallen wurden mit leckerer Schokolade bestückt und aufgestellt. Es dauerte nicht lange und die Anschaffung stellte sich als äußerst wirksam aus, in den ersten zwei Tagen fingen wir bereits 8-9 Frechdachse. Nun hieß es umziehen und zwar in unseren Garten. Dort dürfen sie nun in der Kräuterspirale wohnen. 🙂

 

Während der letzten Tage gab es eine neue Familie in unseren Wänden: Hausmäuse. Tagsüber und vor allem abends hörte man in den Naschkörbchen immer wieder ein Rascheln. Am nächsten Tag fand man dann angefressene Schokoladentafeln. Die kleinen Entdecker waren sogar so mutig und frech, dass sie durch das Zimmer huschten obwohl man direkt daneben saß. Also wurden wieder die Lebendfallen scharf gemacht und zwar nicht mit billiger Schokolade, sondern mit den von ihnen ausgewählten Leckereien (z. B. Bounty, Marzipancreme-Schokolade etc.). Anscheinend hatten wir es hier mit einer Feinschmecker-Bande zu tun. Zwei Mäuschen liefen direkt hinein. Die Dritte sprang nach einer aufregenden Verfolgungsjagd  durch die Wohnung in meinen offenen Rucksack, in dem sie dann auch nach draußen befördert wurde. Die vierte Maus war besonders dreist. Am Abend hörte ich sie noch durch das Zimmer huschen und als ich heute morgen aufwachte, hörte ich etwas neben mir knabbern. Da saß dieser freche Räuber doch tatsächlich auf meinem Nachttisch und futterte seelenruhig an meiner Schokoladentafel. Daraufhin stellte ich die Falle mit der bereits gekosteten Mahlzeit auf den Nachttisch und siehe da, bereits nach dem Frühstück hatte ich meinen kleinen Nahrungskonkurrenten.

Ich hoffe, dies war nun vorerst die letzte Maus und ich kann meine Süßigkeiten wieder alleine verputzen. 😀

Trunkenbolde im Kneipenkeller

Im Sommer kam die Nachricht ich solle doch einmal zur Kneipe kommen, dort säßen im Keller zwei Kröten. Gesagt, getan. Ich machte mich, sicherheitshalber mit der Kamera unter dem Arm, auf zur Kneipe. Dort angekommen ging es auch gleich eine Etage tiefer in den Keller. Mitten im Raum saßen die zwei kleinen Amphibien und beoachteten die Lage. Anscheinend gab es ein kleines Krisengespräch, wie man nach der erfolglosen Suche nach den Bierfässern wieder aus dem Keller käme. Bei den beiden „Einbrechern“ handelte es sich um Knoblauchkröten, welche in unserer Gegend (in der Nähe von Magdeburg) relativ häufig zu finden sind. Wer nachts draußen unterwegs ist oder ein Beet umgräbt hat eine recht große Chance eine dieser Schaufelfußkröten zu sehen.

Ganz nebenbei: Wer ein Exemplar dieser Tiere findet sollte ihm einmal tief in die Augen schauen. Ich finde, sie sind ähnlich gefärbt wie flüssiges  Messing.

Damit die beiden nicht ihr restliches Leben dort verbringen, sammelten wir sie ein und setzten sie im Kneipengarten aus. Hier gibt es zwar kein Bier, dafür aber einen reich gedeckten Tisch und Wasser.

Blinder Passagier

Im Sommer war ich viel für den Naturpark Drömling unterwegs. Wegen des weitläufigen Grabennetzwerkes findet man im Schutzgebiet auch viele Biber. Spätestens am Abend kommen die pelzigen Baumeister aus ihren Burgen und machen sich an die Arbeit. Aber nicht nur in den Abendstunden, sondern auch tagsüber kann man sie sehen, manchmal bei einem kleinen Snack oder beim Dösen in der Sonne. Durch den fehlenden Jagddruck und die ständige Präsenz des Menschen haben die Biber ihre Scheu uns gegenüber größtenteils abgelegt und lassen sich gut beobachten.

Einer der Holzfäller ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Durch das häufige Ansitzen mit der Kamera in seinem Revier gewöhnte er sich relativ schnell an meine Anwesenheit. Es war keine Seltenheit, dass er sich in meiner Nähe zum Schlafen unter eine Weide legte oder direkt neben mir einen grünen Zweig anknabberte.

Einmal zeigte sich mir eine ziemlich amüsante Szene: ein im Schatten schlafender Biber mit einem Frosch auf dem Rücken. Der Frosch hatte sich jedenfalls einen bequemen Fleck ausgesucht. Er hob und senkte sich mit den Atemzügen seines selbst gewählten Sitzplatzes. Dieses Bild konnte ich eine ganze Weile beobachten und auch festhalten, bis der „Froschsessel“ aufwachte. Durch das Strecken nach dem Mittagsschlaf gestört machte sich der Frosch auf die Socken. Meister Bockert hingegen drehte sich herum und schloss noch einmal die Augen.

Solch ein Erlebnis bleibt einem auf ewig in Erinnerung. 😀

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Mama mit fünf Zwergen

In letzten Wochen ist hier leider wenig passiert. Die Arbeit zu Hause, das Ausarbeiten meiner Bachelorarbeit, Wohnungssuche und das Fotografieren haben in den vergangenen Wochen viel Zeit gekostet, sodass einiges zu kurz gekommen ist. Gesehen habe seit dem letzten Beitrag trotzdem viel, mal mehr und mal weniger spektakulär, aber trotzdem erfreulich.

Dass Igel unseren Garten bezogen haben wussten wir ja schon lange. Man hat es hier mal rascheln hören, dort mal schnauben und ab und zu ist auch ein kleines „Heckenschwein“ an uns vorbei geflitzt. Anfang September hab wir jedoch fünf junge Igel entdeckt. Ihre Kinderstube befindet sich unter dem Strauchverschnitt und wenn Mama nicht hinschaut, nutzen die Mini-Igel die Chance und gehen auf Entdeckungstour. So ein Garten bietet jede Menge Möglichkeiten Leckereien zu finden und Schabernack zu treiben. Schwärmen erst einmal alle aus, raschelt es hier und scharrt es dort. Die hungrigen Tiere ohne Tischmanieren sind auf der Suche nach etwas Essbarem. Dabei geht es auch einmal hoch hinaus und so erklimmen die kleinen Kletterkünstler sogar unseren mannshohen Kompostberg auf ihrem Beutezug. Beim ruhigen Beobachten des ganzen Geschehens kann es auch schon einmal passieren, dass ein Igel an den Schuhen des Beobachters schnuppert und dann wieder im Dickicht verschwindet. Vielleicht ein Grund seine Füße noch einmal gründlicher zu waschen?

Die Igelkinder beim Erkunden „ihres“ Gartens zu beobachten macht immer wieder Spaß. Manchmal könnte man doch denken, die mit Zahnstochern besetzten Tiere sind gerade aus einer Fabel gefallen. Fotos konnte ich bis heute leider nur mit dem Handy machen. Die Kleinen kommen immer nur dann aus ihrem Fünf-Sterne-Igelappartement wenn ich keine Kamera dabei habe oder es zu dunkel dafür ist. Naja, so funktioniert Naturfotografie leider. Mittlerweile haben wir die ersten Nachwuchsentdecker auch auf dem Hof entdeckt. Ab und zu kann man auch beobachten, dass eine Katze jaulend mit eingezogenem Schwanz davonrennt und Mama die Näpfe ausräumt. Ja, Igel haben spitze Zähne und beim Futter hört bekanntermaßen die Freundschaft auf.

Bis zum Winter werden es die fünf Vielfraße jedenfalls schaffen dick und rund zu werden, bevor sie schlafen gehen. Vielleicht bleibt der ein oder andere von ihnen ja in unserem Garten, dann können wir auch nächstes Jahr wieder kleine Fabelwesen beim Erwachsenwerden zusehen.

Metamorphose

In der vergangenen Woche konnte ich etwas sehr Interessantes und Schönes zum ersten Mal beobachten. Während der Arbeit im Informationshaus des Naturpark Drömling konnte ich einer Libelle beim Schlupf zusehen. Gegen 12 Uhr bemerkte ich die Larve an einer der Bänke hängend und kurz danach durchstieß sie ihre Larvenhaut. Der ganze Vorgang ging relativ schnell von statten und die Libelle hing nach hinten gebogen aus der Hülle. In dieser Position verweilte sie zunächst einige Minuten, bis sie begann die Beine zu bewegen, sich aufrichtete, sich an der Exuvie festhielt und den Hinterleib herauszog. Nun begann sie mit dem Aufpumpen der Flügel sowie der Entfaltung ihres Hinterleibs. In den folgenden Minuten wurde sie größer, reicherte Pigmente an und aus dem seltsamen Wesen wurde eine schöne metalisch-grüne Glänzende Smaragdlibelle. Nach 3 Stunden breitete sie die fertigen Flügel aus und begann nach und nach die Flugmuskulatur mit kurzen Flügelschlägen zu erwärmen, bis sie starten konnte.

Nach 3 1/2 Stunden war der ganze Prozess beendet und aus der Larve wurde ein Imago.
Ich bin schon gespannt die Bilder der Kamera auszuwerten, hier vorerst die Handybilder. 🙂

Jungfernflug der Smaragdlibelle

Überraschungen

In der vergangenen Woche wurde bei uns ein verletzter Turmfalke abgegeben. Leider kommt es öfter vor, dass Greifvögel von Autos angefahren werden. Meistens sitzen die Vögel dann mit gebrochenem Flügel am Straßenrand, bis sie jemand aufsammelt. Im Moment sitzt dieser Falke noch beim Tierarzt und wird beobachtet. Wenn er aus dem Gröbsten heraus ist darf er dann in die Auswilderungsvoliere, bis der Bruch vollständig geheilt ist. Ich drücke dem kleinen Kerl jedenfalls die Daumen. Einen Greifvogel aus diesr Nähe beobachten zu können ist immer wieder faszinierend. 🙂

Am Dienstag wollte ich im Regen zum Dachsbau und habe die Idee bei dem Sauwetter Rad zu fahren schon fast bereut. Auf halben Weg zum Bau kam aber dann doch die Sonne durch die Wolken und ich konnte zusehen, wie ein Regenbogen aus dem Boden „wuchs“. Einen Topf voll Gold habe ich leider nicht gefunden, trotzdem war dieser Moment faszinierend zu beobachten. Solch einen intensiven Regenbogen habe ich seit langem nicht mehr gesehen.

Die Dachse am Bau habe ich dann zum ersten mal am Donnerstag gesehen. Gegen halb 9, kurz vor Sonnenuntergang, kam der erste Marder aus dem Haus und fing an sich zu putzen. Kurze Zeit später kam dann sogar noch ein zweiter Dachs und das große Putzen ging weiter. Für diesen Anblick hat sich sogar das warten im Regen gelohnt. Ich hoffe ich komme noch zu guten Bildern und kann euch ein paar hier zeigen. 🙂

Willkommen!

 

Wer viel in der freien Natur unterwegs ist kann viel erleben. Von interessanten Entdeckungen, über ungewöhnliche Dinge, bis hin zu lustigen Beobachtungen.

Darum soll es auch in diesem Blog gehen. Ich möchte euch mitnehmen auf einen kleinen Streifzug durch das Thema „Natur“ und euch vor allem über Situationen berichten, die ich selbst erleben durfte. Aber auch andere Bereiche werden hier ihren Platz finden.

Lasst euch überraschen und schaut doch einfach ab und zu vorbei. 🙂

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